Uefa-Präsident kritisiert den Vorschlag für eine 64-Team-Weltmeisterschaft als „katastrophal“
Der Uefa-Präsident, Aleksander Ceferin, ließ in seiner Kritik am vorgeschlagenen Ausbau der Männer-Weltmeisterschaft 2030 auf 64 Teams nicht locker und bezeichnete die Idee als „katastrophales Konzept“. Er äußerte seine Enttäuschung über die Fifa, weil sie Uefa im Vorfeld nicht konsultiert hatte. Der Vorschlag zur Erhöhung der Anzahl der Teams in der Weltmeisterschaft wurde während einer Sitzung des Fifa-Rats vom Präsidenten des uruguayischen Fußballverbands, Ignacio Alonso, unterbreitet, um das hundertjährige Bestehen des Turniers zu feiern.
Ceferins klare Haltung gegen die 64-Team-Weltmeisterschaft wurde deutlich, als er sagte: „Ich denke, es ist keine gute Idee für die Weltmeisterschaft selbst, und es ist auch keine gute Idee für unsere Qualifikationsspiele. Daher unterstütze ich diese Idee nicht.“ Der Uefa-Präsident äußerte sich überrascht über den Vorschlag und betonte, dass Uefa vor der Sitzung des Fifa-Rats nicht darüber informiert worden war.
Während Uefa 16 Teams zur Weltmeisterschaft 2026 im neuen Format mit 48 Teams entsenden wird, hob Ceferin die mangelnde Begeisterung innerhalb der Organisation für ein erheblich erweitertes Qualifikationsturnier hervor. Die Weltmeisterschaft 2030 wird in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen, mit zusätzlichen Spielen in Uruguay, Argentinien und Paraguay. Ceferin sprach auch die Möglichkeit der Teilnahme Russlands an zukünftigen Turnieren an, die von einer Lösung des Konflikts in der Ukraine abhängt.
Als Antwort auf den Wunsch des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino, Russland wieder in den internationalen Wettbewerb zurückkehren zu sehen, hielt Ceferin an seiner festen Haltung fest und sagte: „Wenn der Krieg endet, werden sie wieder aufgenommen.“ Das Verbot für Russland, an Fifa- und Uefa-Veranstaltungen teilzunehmen, bleibt nach der Invasion der Ukraine bestehen, wobei Ceferin die Notwendigkeit einer gemeinsamen Entscheidung zwischen Uefa und Fifa bezüglich der Reintegration Russlands betonte.
Zusätzlich sprach Ceferin über die anhaltende Kontroverse bezüglich der Teilnahme israelischer Mannschaften an internationalen Wettbewerben im Zuge des Konflikts im Gazastreifen und entschied sich, den Fokus auf den Fußballaspekt anstatt auf die Politik zu legen. Er machte auch eine subtile Anspielung auf die erhöhte Arbeitsbelastung für die Spieler aufgrund des bevorstehenden Klub-Weltmeisterschaft, was Bedenken hinsichtlich der Spielerermüdung andeutet.
Während die Diskussionen über die Zukunft des internationalen Fußballs weitergeführt werden, unterstreicht Ceferins lautstarker Widerstand gegen den Vorschlag einer 64-Mannschafts-Weltmeisterschaft die Komplexität und die Herausforderungen, denen sich die Sportverbände gegenübersehen. Der Zwiespalt zwischen Tradition und Innovation, zusammen mit geopolitischen Überlegungen, wird zweifellos die Landschaft des Fußballs in den kommenden Jahren prägen.