As der Mond heute Abend über dem Miami Open aufgeht, erwartet die Tenniswelt gespannt das Duell zwischen den jungen Titanen Emma Raducanu und Amanda Anisimova. Die 23-jährige Anisimova, die kürzlich mit einem unerwarteten Sieg über das russische Talent Mirra Andreeva Wellen durch das Turnier geschickt hat, hat ihrer neuesten Gegnerin Raducanu eine stille Warnung ausgesprochen.
Anisimovas Sieg über die 17-jährige Andreeva, die weithin als wahrscheinliche Turniersiegerin galt, war nichts weniger als dramatisch. Der russische Star, der die letzten beiden WTA 1000-Events gewonnen hat, sah ihre beeindruckende Serie von 13 Siegen in Folge abrupt von Anisimova beendet. Dieser Sieg katapultierte Anisimova ins internationale Rampenlicht und platzierte sie auf Platz sechs der Weltrangliste, womit sie die jüngste Spielerin ist, die seit Nicole Vaidisova 2007 in die Top 10 eingedrungen ist.
Das Match war jedoch von Kontroversen überschattet. Mit einem Rückstand von 3-1 im entscheidenden Satz forderte Anisimova eine medizinische Auszeit, um sich um eine Blase am Mittelfinger ihrer rechten Hand zu kümmern. Andreeva, sichtbar verärgert, protestierte gegen diesen Schritt und beschuldigte ihre Gegnerin, strategisch den Rhythmus zu unterbrechen, um eine Verschnaufpause zu bekommen. Der Schiedsrichter wies jedoch ihre Einwände zurück.
Ironischerweise hatte Andreeva zuvor während des ersten Satzes ihre eigene Auszeit genommen und auf Bauchschmerzen und Atemprobleme verwiesen. Als Antwort auf das, was Anisimova als Heuchelei wahrnahm, wandte sie sich nach dem Match auf Instagram und zeigte subtil ihren blasenbedeckten Mittelfinger. Dies sollte nicht nur das Ausmaß ihrer Verletzung zeigen, sondern auch eine deutliche Botschaft an ihre Gegnerin senden.
Um das Feuer weiter zu schüren, verspottete Anisimova einen Kommentar von Andreeva und captionte ihren Instagram-Beitrag: „‘Wir wissen alle warum’ bei 3-1 oben war ein guter Kommentar von der 1-2 medizinischen Auszeit im ersten Satz.“ Die Weltranglisten-17. ließ auch in ihrer Pressekonferenz nach dem Match nichts aus und kommentierte die frühe Unterbrechung: „Ich denke, es hat den Rhythmus des Matches ein wenig gebrochen, weil wir gerade erst angefangen hatten. Ich habe versucht, meinen Rhythmus danach wiederzufinden.“
Anisimovas nächste Herausforderung ist Raducanu, der britische Star, der beim Miami Open eine Offenbarung war. Raducanu hat trotz einer weniger beeindruckenden Leistung vor dem Turnier die Erwartungen übertroffen, indem sie das Achtelfinale erreicht hat. Während die beiden sich heute Abend (Montag) gegenüberstehen, werden alle Augen darauf gerichtet sein, ob Raducanu Anisimovas stilles Warnsignal beachten oder sich der Herausforderung stellen wird.