Jannik Sinners jüngste Entscheidung, dem Abkommen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zuzustimmen, hat eine massive globale Debatte ausgelöst. Das Abkommen hat zu einer dreimonatigen professionellen Tour-Sperre für den italienischen Tennisstar geführt, eine Entscheidung, die von seinen Mitspielern weitreichend kritisiert wurde, da sie als unfair angesehen wird.
Hätte Sinner sich entschieden, vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne zu prozessieren, hätte er mit einer Sperre von ein bis zwei Jahren rechnen müssen. Dies hätte einen viel schwerwiegenderen Schlag für seine Karriere bedeutet, weshalb er das kleinere Übel wählte.
Trotz anfänglicher Zurückhaltung wurde Sinner von seinem rechtlichen Team überzeugt, das WADA-Abkommen zu akzeptieren. Der 23-Jährige aus Sesto Pusteria war bestrebt, die Ungewissheit und den enormen Stress zu vermeiden, monatelang auf sein Schicksal zu warten, eine Situation, die im März 2024 begann.
Die dreimonatige Sperre bedeutet, dass Sinner bei sechs Turnieren, darunter vier Masters 1000, abwesend sein wird. Allerdings soll er im Mai in Rom vor seinen heimischen Unterstützern sein Comeback geben, und er wird bereits als einer der Top-Anwärter für Roland Garros angesehen, insbesondere nach dem Gewinn des ersten Majors der Saison in Australien.
Der ehemalige italienische Tennis-Champion Daniele Bracciali hat sich inmitten der Kontroversen für Sinner ausgesprochen. In einem umfassenden Interview mit ‚Fanpage‘ teilte Bracciali seine Ansicht zu Sinners Entscheidung und kritisierte Personen wie Stan Wawrinka, die sich lautstark gegen Sinner ausgesprochen haben. Wawrinka sei laut Bracciali einer der am wenigsten beliebten Spieler auf der Tour.
Bracciali wies auf die historische Inkonsistenz in WADAs Behandlung von Athleten hin, insbesondere in Bezug auf deren Stellung im Sport. Er betonte jedoch die Wichtigkeit, individuelle Fälle zu prüfen und keine voreiligen Vergleiche anzustellen.
In Bracciali’s Meinung spielte das Timing eine bedeutende Rolle bei Sinners Entscheidung, das Angebot anzunehmen. Die anhaltende Unsicherheit und der Stress der Situation könnten sich negativ auf den jungen Tennisspieler ausgewirkt haben, was möglicherweise seiner Karriere und seinem persönlichen Wohlbefinden schadet. Selbst ein „Marsianer“ wie er, wie Bracciali Sinner beschrieb, würde diese Tortur überwältigend finden.